Das Handwerk des Metzgers blickt auf eine lange und ehrwürdige Tradition zurück; Fleischer waren schon im Mittelalter in Zünften und Gilden organisiert. Damals
wurden sie noch „Knochenhauer“ genannt – eine Bezeichnung, die heute verschwunden ist. Obwohl frisches Fleisch und Fleischprodukte inzwischen überall angeboten werden (bis hin zu einer breiten Produktpalette in den Selbstbedienungs-Kühltheken der Discounter) hat sich die
klassische Metzgerei keineswegs überlebt. Im Gegenteil: Besonders nach den Fleisch- und Lebensmittelskandalen der jüngsten Vergangenheit wollen die Verbraucher die Herkunft ihres Essens kennen und sich beim Einkauf auf
Frische und Qualität verlassen können. Der Metzger kann darüber Auskunft geben, woher seine Ware stammt. Auch bestimmte Sonderwünsche sind beim Fachmann gut aufgehoben. Vor allem bei Festivitäten, Einladungen oder einem weihnachtlichen
Festessen ist der Fleischer im Catering gefragt; viele Betriebe liefern Frikadellen, Wurstplatten, Spießbraten oder Wiener Schnitzel als Partyservice nach Hause. Etliche Fachbetriebe bieten hochwertiges
Fleisch in Bioqualität an oder verkaufen Spezialitäten wie Straußensteaks oder Fleisch vom Wild oder vom Pferd. Auch wenn heute die wenigsten Metzger noch selbst schlachten, so sind sie gleichwohl mit dem Handwerk des Schlachtens vertraut, und es ist für viele inhabergeführte Familienunternehmen nach wie vor eine Frage der Ehre, die Tiere selbst aufzuziehen, eigenhändig zu schlachten und die Fleischverarbeitung unter eigener Kontrolle zu übernehmen. In Deutschland ist die Nachfrage nach hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren ungebrochen; deshalb ist der Beruf des Metzgers ein Job mit Zukunft, der den Auszubildenden und Gesellen nach der Meisterprüfung die Perspektive eröffnet, sich zu spezialisieren und lukrative Nischen im Sortiment zu besetzen. Gerade weil bewusstere und gesunde Ernährungsweisen überall diskutiert und proklamiert werden, sind biologisch zertifizierte Produkte, mageres Fleisch und mediterrane Wurst- und Schinkensorten gefragter denn je. In Großstädten stellen sich die Metzger zunehmend auf die Bedürfnisse der arbeitenden Singlegesellschaft ein und offerieren küchenfertige Gerichte, die zu Hause nur noch in der Mikrowelle erwärmt werden müssen.